Erfreuliche Fortschritte am Aarehang

Am Aarehang vom Muribad bis zur Augutbrücke pflegen wir diverse ökologisch wertvolle Objekte. Gleich unterhalb der Augutbrücke liegt die Haldenau mit einer vielfältigen Blumenwiese, Heckenkomplexen und verschiedenen Feuchtstellen. Gleich angrenzend das Auengebiet mit einigen Amphibientümpeln. Auch rund um das Muribad sind wir tätig und werten die dortigen landwirtschaftlichen Flächen auf. Auf unsere Initiative hin wurde u.a. ein Acker in eine Blumenwiese umgewandelt.

In der Haldenau entwickelt sich die Blumenwiese prächtig. Die nährstoffreichen und damit artenarmen Flächen gehen durch die regelmässige, partielle Mahd langsam zurück. In den abgemagerten Bereichen entwickeln sich mehr und seltene Arten. Gut zu sehen ist dies jeweils am Rückgang der Söiblueme, welche auf nährstoffreichen Boden angewiesen ist. Stattdessen wachsen nun etwa Flockenblumen und Skabiosen. Um die Blumenvielfalt weiter zu erhöhen, haben wir einige rund 2-4 m2 grosse Flächen von Vegetation befreit und mit einer lokalen Wildblumenmischung neu angesät. Die Wiese hat auch sonst viel zu bieten. Nebst den über 50 Tagfalterarten, kann man im feuchten Ried und in dessen Pfützen mit etwas Glück Frösche und Ringelnattern erhaschen. Ein Konzert von Heugümper erfreut den Besucher, auch dank der Rückzugsbereiche, die wir für die Insekten jeweils stehen lassen. Auch die Rosenstöcke im Hang haben sich prächtig entwickelt und beginnen bald zu blühen. Das Berufkraut verabschiedet sich weiter. Heuer mussten bis jetzt noch rund 3 60l Säcke entsorgt werden. Verglichen mit den ersten Jahren ist dies nur noch ein Bruchteil. Das verdanken wir all den fleissigen Helfern, die über Stunden im Hang gejätet haben. Vielen Dank.

Ab diesem Jahr ist auch ein neuer Pächter auf der Fläche. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit. Durch seinen modernen Maschinenpark, mit dem er die Fläche schonend pflegen kann, fällt auch für uns weniger Arbeit an.

Im Bereich des Muribads geht es auch voran. Die Blumenwiese beim Veloparkplatz entwickelt sich sehr schön und etliche neu eingesäte Arten können entdeckt werden, wenn auch der Druck der alten Vegetation noch etwas gar stark ist. Hier ist nun ein intelligentes Mähregime gefragt. Die Fläche muss weiter ausgemagert und Licht auf den Boden gebracht werden, damit neue Blumen spriessen können. In den Hecken konnten die invasiven Brombeeren mehrheitlich entfernt werden. Ein stetes Nachsäubern alle paar Wochen ist jedoch nötig, damit noch aufkommende Bromis möglichst stark geschwächt werden und bald ganz verschwinden. Der neu angesäte Krautsaum, der vorher mit der Armenischen Brombeere zugewachsen war, entwickelt sich auch sehr schön. Akelei und wilde Karte wachsen sehr zahlreich. Für weitere Arten braucht es aber noch etwas Geduld.

Seit zwei Jahren pflegen wir neu auch einen Tümpel in der Aareaue unterhalb des Brätliplatzes bei der Augutbrücke. Diesen wollte die Gemeinde ursprünglich sanieren, da er stark mit Schilf zugewachsen war. Aufgrund verschiedener Gründe wurde das Vorhaben mehrmals verschoben und schliesslich auf Eis gelegt. Der Verein hat angeboten, den Tümpel bis auf weiteres zu pflegen. Das Schilf wird mit der Sense mehrmals im Jahr gemäht, im Winter komplett und im Sommer partiell die zugänglichen Bereiche, sobald es hüfthoch wächst. So wird das Schilf geschwächt und genug Licht dringt in den Teich. Zudem wird der Tümpel im Winter trockengelegt, indem der Zufluss aus dem Hang umgeleitet wird. Damit wird ein Pioniergewässer geschaffen, das Arten wie dem Laubfrosch besonders zusagt. Dieser benötigt temporär trockenfallende Tümpel, damit die Fressfeinde seiner Kaulquappen dezimiert werden. Zusätzlich wurde mit Holz, das bei der letzten Durchforstung des Auenwalds zahlreich im Tümpel liegen blieb, eine Zugangsbeschränkung mit den Ästen aufgebaut. So sollen Störungen durch Menschen und Hunde möglichst vermieden werden.

Die Anstrengungen tragen Früchte. Bereits letztes Jahr konnten dort Laubfrösche beobachtet werden, heuer wurden sogar 11 Rufer gezählt. Die Zukunft des Tümpels ist jedoch gefährdet, da der Kanton entlang des Fusswegs eine Hochwassersicherung einbauen will. Wir halten dies für stark verfrüht, da in dem Bereich erst in ein paar Jahrzehnten mit einer Erosion der Aare bis in die Nähe des Wegs zu rechnen ist. Wir werden entsprechend Einfluss nehmen, um den Schaden für die Natur möglichst gering zu halten. Sowieso müsste der Kanton in unmittelbarer Nähe Ersatz schaffen, was jedoch recht schwierig werden dürfte, einen geeigneten Standort zu finden.

Auch wenn der Weg zu diesen Erfolgen zuweilen steinig und mit Rückschlägen verbunden war, wir mit diversen Akteuren zu kämpfen hatten und zahlreiche Arbeitsstunden forderte (rund 450 pro Jahr), hat sich der Einsatz ausbezahlt. Es entstehen hier Kleinode, an denen wir uns immer wieder erfreuen können. Dank der Arbeit des Vereins wurden hier wichtige Flächen für die Biodiversität geschaffen.

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